Erdwärme und Bohrgenehmigung: Eine neue Heizung braucht das Haus…
Wochenlang haben wir uns Gedanken gemacht welches Heizungssystem das richtige für uns ist. Welches Heizungssystem am effektivsten arbeitet und damit den Geldbeutel schont. Gleichzeitig sollte das neue Heizungssystem auch einen Beitrag zur ökologischen Entlastung unserer Umwelt beisteuern. Für die genannten Bedürfnisse erschien uns der Einsatz einer Erdwärmepumpe am Sinnvollsten. Da wir in der Nähe eines Wasserschutzgebietes bauen, genauer in der Wasserschutzzone III haben wir im April 2009 bei der für die Genehmigung zuständigen Unteren Wasserbehörde eine Vorabanfrage zum Bauvorhaben gestellt. Der Bescheid damals sah vor das in der Sonde keine Frostschutzmittel enthalten sein dürfen und die Anlage nur mit Wasser betrieben werden darf. Um den selben Wirkungsgrad zu erreichen wurde mit dem Geotechnik Unternehmen beschlossen 2 Sonden zu verwenden und diese bis in eine Tiefe von 99 Meter zu bohren. Ein finanzieller Mehraufwand der aus ökologischer Sicht, aber aber auch aus ökonomischer Sich noch vertretbar war. Anfang September wurde von Haas Fertigbau der eigentliche Antrag auf Erlaubnis zur Bohrung bzw. der “Antrag auf Erlaubnis von Erdwärmenutzung” bei der Unteren Wasserbehörde gestellt. Wir betrachteten den Antrag nur noch als Formsache, da die Details und die Bedingungen für eine Genehmigung schon im April geklärt wurden. (weiterlesen…)
Sole/Wasser Erdwärmepumpe
Vorteile Sole/Wasser Erdwärmepumpe
- sehr guter Wirkungsgrad
- niedrige Betriebskosten
- keine Zusatzheizung notwendig
- nahezu wartungsfrei
- kleinste Aufstellfläche im Haus
Nachteile
- Bodengutachten nötig
- Abhängigkeit von Bodenqualität
- hohe Bohrkosten (ca. 50€/Tiefenmeter)
- Kostenfaktor Bohrung nur annähernd kalkulierbar
- Bodenfrostgefahr und Versagen der Sonden bei Fehlauslegung
- Genehmigungspflicht
Energierechnung
Am Beispiel Wohnhaus mit 150m2:
| INVESTITIONSKOSTEN: | |
| Wärmepumpe + Regelung, Erdkollektor (4 Kreise), | |
| Verlegung Erdkollektor, Verteiler, | 11.500,- |
| Rohrleitungen + Zubehör: Komplettpreis | 6.600,- |
| Fußbodenheizung 150 m2 incl. Heizkreisverteiler | 1.700,- |
| Speicher 400 l mit Frischwassersystem | 2.000,- |
| Montage gesamt | |
| 21.800,- | |
| Kosten Heizanlage komplett | 25.942,- |
| Summe inkl. MwSt. | |
| Nebenkosten bei Erdkollektoren | 1.200,- |
| Erdbewegung + Sand | |
| Summe Nebenkosten inkl. MwSt. | 1.428,- |
| Gesamtkosten der Heizanlage ohne Förderungen | 27.370,- |
| BETRIEBSKOSTEN: | |
| 7,5 KW x 1.800 h = 13.500 KWh | |
| Durchschnittliche Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe: b = 4,7 | |
| Stromverbrauch: 13.500 : 4,7 = 2.872 KWh | |
| Wärmepumpen-Strompreis am Tag (40%) = 17 Cent | |
| Strompreis in der Nacht (60%) = 12,9 Cent | |
| (Stadtwerke Fürstenfeldbruck) | |
| Energiekosten / Jahr | |
| 2.872 KW /h x 0,4 x 0,17 | 195,3 |
| 2.872 KW /h x 0,6 x 0,129 | 222,29 |
| Zusatzkosten / Jahr | |
| Verrechnungspreis (Pauschale) | 29,- |
| Tarifschaltung (Wärmepumpentarif) | 23,- |
| Jahresbetriebskosten gesamt inkl. MwSt. | 469,59 |
| Kosten einer KWh Wärmeleistung (Heizenergie) | 3,5 c |
Heiztechnik
War das einfach früher beim Hausbau… Da gab es nur einen Holzofen, später war die Ölheizung dann das Mittelchen zum Heizen, in den siebzigern dann Elektro Speicheröfen und Gas.
Und Heute?
Da wäre erstmal die gute alte Ölheizung, die Gas-Brennwertheizung auch Therme gennant, dann die Pelletsheizung, eine Holzzentralheizung bzw, Festbrennstoffheizung, Holzwasserofen, Kamin, dann die Luft-Luftwärmepumpe, Luft-Wasserwärmepumpe, Erdwärmepumpe mit Kollektoren, Erdwärmepumpe mit Sonden, Solarheizung und und und….
Wie soll man denn da entscheiden? Gerade nach dem letzten Benzin-, Gas- und Ölschock sind wir uns einig das diese nicht in Frage kommen. Oder? In der Anschaffung ist z.B. eine Gasheizung unübertroffen günstig. Mit den Mehrkosten zu einer z.B. Erdwärmepumpe kann man sich an sehr sehr viel Gaswärme erfreuen. Selbst wenn der Gaspreis weiter steigt. Aber auf Dauer abhängig von Russischem oder “sonstwoherkommenden” Gas? Oder noch schlimmer abhängig von den immer weniger werdenden Gasversorger?Wie lange reichen Gasvorkommen? Und wie sieht es aus mit dem guten Gefühl, etwas gegen die Erderwärmung, bzw. überhaupt etwas für die Umwelt getan zu haben?